Wie vielleicht schon der eine oder andere Leser weiß, habe ich mich entschlossen als Teil der unserer Online-Marketingstrategie von b2b core auf die Social Media Kommunikation zu setzen.
Vermutlich ist in diesem Artikel für Social Media Strategen und Berater nicht viel Neues dabei, aber vielleicht hilft ja trotzdem dem einen oder anderen.
Zu diesem Eintrag hat eine interessante Blog-Diskussion mit David angeregt. Vielen Dank dafür.
Die Ausgangssituation
Mein Wollmilchferkelchen steht soweit. Das b2b core Suchportal und Management-System beinhaltet alle bis jetzt geplanten Funktionen zur Fallstudiensuche und zum Referenzmarketing.
Die direkte Kommunikation mit Interessenten und Kunden über soziale Online-Medien, wie diesem Blog, Xing, Twitter und Facebook, ist grundsätzlich aufgesetzt.
Die ersten Referenzkunden sollen durch direkte Ansprache und über Social Media gewonnen werden.
Außerdem ist b2b core ein kleines Startup (KMU). Hat also kein zehnköpfiges Social-Media-Team oder riesiges Budget am Start – nimmt sich aber die Zeit zur Kommunikation (wie man an diesem Artikel sieht ;o)
Neben zahlreichen Gesprächen und der Online-Recherche, war wohl einer der hilfreichsten Impulse der Klassiker „The New Rules of Marketing & PR“ von David Meerman Scott. Im Grunde (fast) werden alle Learnings auch schon irgendwie im Buch erwähnt.
Learning 1: Sei Du selbst in der B2B Kommunikation
Die Social Media Kommunikation sollte authentisch sein. Menschen reden gerne mit Menschen. Nicht mit Firmennamen und auch nicht mit virtuellen Personen.
Man sollte sich also einfach als sich selber darstellen. Dabei finde ich es vollkommen legitim, Xing oder Twitter für die geschäftliche Kommunikation einzusetzen. Es muss ja nicht Pseudo-Privat sein. Lieber geschäftlich-informativ. Dann weiß jeder woran er ist.
Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass ich die meisten reinen Firmenaccounts auf Twitter eher unsympathisch finde. Wenn dann auch noch alle 30 Minuten ein automatisierter Spruch oder Werberpost kommt, weiß ich, wem ich nicht folgen werde.
Ähnliches gilt für Social Networks wir Xing oder LinkedIn, bei denen die Person im Vordergrund steht. Ohne Foto oder persönliche Informationen ist die Person eher uninteressant.
Learning 2: Sei nicht zu geschwätzig in Social Media
Auch in Zeiten von Twitter, Facebook und Xing-Statusupdates bin der festen Überzeugung, dass Informationen, die ich schreibe, relevant sein sollten.
Damit widerspreche ich übrigens D.M.Scott, der meint man sollte ca. jede Stunde etwas twittern. (Ich wüsste nicht, wie ich da die Relevanz aufrechterhalten könnte). Ich folge grundsätzlich keinen Twitter-Accounts die jede Stunde etwas tweeten. Auch habe ich schon Kontakte in Xing gelöscht, weil jemand der Meinung war, er müsste alle zwei Stunden seine „Ich biete“ Tags minimal verändern, um in der Timeline „oben zu bleiben“.
Der Grund ist einfach: Folgt man geschwätzigen Accounts hat man keine Chance mehr in der Timeline relevante Infos aufzuschnappen. Diese wird also überflüssig. Man nutzt also generell nur noch die Suchenfunktionen und Listen oder filtert entsprechend. Das ist aber z.B. Xing oder Facebook nicht oder nur schwer möglich.
Ist aber vielleicht eine Geschmacksfrage. Ich poste jedenfalls lieber regelmäßig, relevant und nicht übermäßig häufig (max. 1-2 mal pro Tag). Zumindest versuche ich das.
Ist ja auch eine Zeitfrage.
Learning 3: Habe Geduld bei der Vermarktung
Auch eine Lehre von D.M.Scott: Social Media Kommunikation ist nicht dazu geeignet, von heute auf morgen eine größere Masse an Interessenten zu gewinnen. Schlicht und einfach, weil man es sich um eine persönliche Kommunikation handelt – vor allem im B2B Bereich.
Man will also in den direkten Kontakt kommen, gegebenenfalls sein Angebot positionieren oder sich einfach nur austauschen.
Natürlich kann man problemlos x-tausend Twitter-Follower in kurzer Zeit gewinnen. Das bringt nur nichts, wenn diese sich für die eigene Person (oder das Unternehmen) nicht interessieren.
Mein Fokus war und ist, die Kontakte lieber langsamer aufzubauen, dafür aber hochwertiger.
Den Trick, wie man hier die richtigen Kontakte in Facebook findet, habe ich aber auch noch nicht gefunden. Vielleicht ist ja jemand schlauer als ich.
Learning 4: Fokus, Fokus, Fokus
In Sozial Medien und Networks, finde ich Personen und Unternehmen dann interessant, wenn Sie ein bestimmtes Thema verfolgen und sich dort als Experten positionieren. Auch das ist eine Lehre von D.M.Scott.
Mach ja auch Sinn: Dann weiß ich, wen aus meinem Social Network ich wozu fragen kann. Außerdem glaube ich niemandem, dass er x Themen perfekt beherrscht.
(So gesehen, ist dieser Artikel hier im Blog schon fast ein Ausreißer, aber zum Einsatz von Fallstudien und B2B-Referenzen in Social Media schreibe ich demnächst auch noch was ;o)
Gleiches gilt auch für den Einsatz der verschiedenen Medien und Netzwerke: Will man alle gleich gut bedienen, wird es schwierig ohne viele Ressourcen. Entweder man postet überall das Gleiche oder wählt sich gezielt 2-3 Medien aus. (Eine Lehre an die ich mich auch noch nicht 100%ig halte…)
Learning 5: Be Social in B2B Media
Soll heißen: Social Media funktioniert nicht als Einweg-Kommunikation. Man muss schon aktiv mit den anderen Teilnehmern kommunizieren, damit man wahrgenommen wird.
Insbesondere in Blogs wird das im deutschen Sprachraum sehr wenig genutzt. Ich verstehe jedoch gar nicht so recht warum. Jeder Kommentar in einem Blog verweist auf das eigene Blog oder die eigene Website. Ich erhalte so regelmäßig relevanten Traffic und kann damit auch Learning 4 unterstützen. (Auch wieder ein Tipp von D.M.Scott.)
In Xing-Gruppen oder bei Facebook sieht das dagegen schon anders aus. Aber vermutlich ist dort einfach die Kommunikation viel schneller und direkter – und oft auch unüberlegter…
Zu diesem Learning zählt für auch, dass man auch online höflich bleibt und niemanden persönlich angreift, auch wenn er/sie sich vielleicht noch so reißerisch und dumm präsentiert. Das ist ein Learning, dass in einigen Xing-Gruppen gerne vergessen wird, dann aber viel über den Schreiber aussagt und ob man diesen als Geschäftspartner haben möchte…
Fazit
Es gibt noch viel zu lernen und zu tun. Durchschlagende Erfolge konnte ich auch noch nicht verzeichnen. Ich habe aber auch nicht das Gefühl, dass die B2B Social Media Kommunikation nicht funktionieren würde. Meine Statistiken bestätigen durchaus Erfolge. Siehe Learning 3: „Habe Geduld“
Mehr dazu dann irgendwann demnächst, wenn ich weitere Erkenntnisse gewonnen habe.