Der Begriff Online B2B Marketing (zu Deutsch: “Geschäftskundenansprache und Vertrieb mit Hilfe des Internets”) nimmt in Zeiten von Web 2.0, sozialen Netzwerken und dem sog. sozialen Web einen immer wichtigeren Stellenwert ein.

Worum geht es beim Online B2B Marketing?

Die klassischen Mund-zu-Mund Empfehlungen funktionieren im Web und Sozialen Netzwerken wie Xing oder Facebook nach anderen Prinzipien, als im persönlichen Kontakt. Das Online B2B Marketing zielt darauf, das eigene Unternehmen und die eigenen Produkte potenziellen B2B-Kunden online mit von Marketing-Methoden zu empfehlen.

Dabei ist das nicht mit dem B2B Social Media Marketing zu verwechseln. Dieses ist Teil des Online B2B Marketings, steht bei diesem Artikel aber nicht im Fokus.

Wie werden Case Studies im B2B Marketing eingesetzt?

B2B Case Studies (im Sinne von Referenzen, Fallstudien,Anwenderberichten, etc.) sind dabei ein Hilfsmittel, welches sich hervorragend für den Online-Einsatz eignet. Inhaltlich handelt es sich im Grunde um eine Art “Referenzschreiben”, jedoch ergänzt um viele Informationen, die einem potenziellen Kunden helfen, sich ein Bild zu machen. (Weiter Details zu den Inhalten eine Marketing-Case-Study finden sich in Teil 1: B2B Fallstudie / Case Study erstellen.)

Der Einsatz von Case Studies im B2B Marketing ist bereits seit vielen Jahren bewährt und wird von den meisten mittelständischen und großen Anbietern erfolgreich eingesetzt. Bevor die Chefetagen, Marketing-Abteilungen und Einkäufer selber die Onlinemedien für sich entdeckt hatten, wurden Case Studies persönlich in Papierform übergeben. Heute verschwinden die Case Study Ausdrucke zunehmen aus den Taschen der Vertriebler. Im B2B Marketing und Vertrieb setzt man im persönlichen Kontakt eher auf Power Point Präsentationen oder Emails, die im Nachgang zugeschickt werden.

Heute wird das Web 2.0 und die sozialen Netzwerke zunehmend wichtiger für Entscheider, Abteilungsleiter und Einkäufer, wenn es darum geht einen Anbieter, Produkt oder Dienstleister zu finden. Die Mund-zu-Mund Empfehlungen werden durch eine Art online “Self-Service” ersetzt oder zumindest ergänzt.

Das Online B2B Marketing zielt daher darauf ab, den potenziellen Kunden bereits online aktiv entsprechende Empfehlungen zu bieten.

Welche Mittel und Wege stehen für das aktive Online B2B Marketing zur Verfügung?

Case Study auf www.b2b-core.com

Case Study auf www.b2b-core.com

Das bekannteste Online-Mittel ist vermutlich die Website des eigenen Unternehmens. Hier landen alle Interessenten und Bestandskunden früher oder später (zumindest in IT- und Online-affinen Branchen).  Egal welchen Weg sie nehmen: Ob man sich zuerst persönlich kennengelernt hat und mehr über das Unternehmen erfahren möchte,  man über eine Suchmaschine, ein B2B-Portal oder eine Online B2B Marketing-Werbekampagne oder auch über Artikel in sozialen Netzwerken auf der Seite landet.

Hier nehmen die B2B Case Studies dann einen zentrale Rolle im Online B2B Marketing ein, da sie über die ganze konkreten Leistungen des Unternehmens informieren. Eine gute Case Study liefert ein relevantes Beispiel für die gesuchte Leistung, schafft vertrauen und informiert gleichzeitig relevante Fakten. Der Trick an der Sache ist nur, den Leser auf die “richtige” Case Study zu stoßen. (Es wird oft unterschätzt, wie ungeduldig ein typischer Online-Leser ist.)

Das kann man im Rahmen des Online-Marketing sehr gut eine gezielte Seiten- und Userflow-Gestaltung erreichen, in immer an den relevanten Stellen der Webseite relevante B2B Case Study gezeigt werden oder auch durch sehr gute Such- und Filterfunktionen, mit denen ein Interessent sich passende Case Studies selber suchen kann. Letzteres wird insbesondere bei einer größeren Anzahl (10+) Case Studies und Referenzen relevant. In der Regel wird ein Interessent nach 2-3 Case Studies aufgeben, falls keine passende dabei war.

Genau diese erwähnte, sagen wir mal  “Online-Ungeduld”, wird ebenfalls zum Problem, falls der Interessent z.B. immer erst ein großes PDF herunterladen muss, damit er die Case Study lesen kann. Wenn dann auch noch das Layout eher auf Print, denn auf PDF (bzw. Monitor) ausgerichtet ist, wird der Interessent ebenfalls leicht abspringen – selbst bei wirklich relevanten Inhalten. Idealerweise sollte eine Case Study also sofort online lesbar sein, direkt ausgedruckt und heruntergeladen werden können und man sollte sich einen Merken setzen können, um später nochmals darauf zurück zukommen (das in einem Browser aber eh).

So helfen Case Studies im Online B2B Marketing dabei, vom Interessenten gefunden zu werden und ihn für die eigene Leistung zu interessieren. Idealerweise wird der Interessent dann zu einem Lead, wenn er das Unternehmen kontaktiert und nachfragt.

b2b core unterstützt diese Prozesse und Funktionen im Online B2B Marketing von Haus aus. Sowohl im hauseigenen Suchportal als auch auf den Unternehmenswebseiten und in Email-Kampagnen. Schauen Sie doch mal vorbei und probieren es aus: Case Study Marketing mit b2b core

 

Interessenten und Referenzen im Web 2.0

Hat sich an den Kunden was geändert?
Die Referenzen sind doch die gleichen geblieben…?
Auch die Interessenten haben sich nicht verändert…?

Klares Jein.

Ja…

Ihre Kundenreferenzen und Ihre Interessenten haben sich eventuell nicht viel verändert (hängt wohl von der Branche ab). Die bereits gegebenen Referenzen haben natürlich auch weiterhin Bestand. Auch sind Kundenreferenzen weiterhin eine wichtige, erste Informationsquelle für Interessenten Ihres Unternehmens im Geschäftskundenbereich (B2B).

Der Kern des Problems

Kundenreferenzen funktionieren in Zeiten des Web 2.0 als wichtige (Online-) Informationsquelle für Interessenten. Aber nur unter den folgenden Voraussetzungen:

  1. Ein Interessent muss Ihr Unternehmen bzw. Ihre Website zunächst finden. Damit findet er dann Ihre Kundenreferenzen oder besser noch Ihre Case Studies
  2. Ihre Kundenreferenzen bzw. Case Studies bieten einem Interessenten ausreichend Informationen. Er muss das Gefühl zu kommen, dass Sie sein aktuelles Geschäftsproblem bereits (mehrfach) erfolgreich gelöst haben.

Ihnen ist das soweit durchaus bewusst? Und Sie wollen darüber gar nicht weiter diskutieren?
Alle klar – vergessen Sie diesen Artikel. Demnächst gibt es dann Teil 2 mit meinen Praxis-Empfehlungen zur Lösung der beiden Probleme.

Für alle anderen lohnt es sich, weiter zu lesen.

Teil 1 – ein typischer Interessent 2.0

Ich möchte Ihnen im Teil 1 kurz Bild ein von den Erwartungen eines typischen Interessenten vermitteln. So eine Art “Interessent 2.0″ Persona.

(Woher ich die kenne? Ich war schon ziemlich häufig ein Interessent. Ich nutze regelmäßig beruflich das Internet. Vielleicht war ich auch schon auf Ihrer Website.)

.. und Nein:

Wir befinden uns in der Zeit des sogenannten “Web 2.0″ und der Social Networks

Ein Interessent setzt verstärkt auf eigene Internetrecherche, wenn er nach einer Lösung für ein Geschäftsproblem im B2B-Bereich sucht. Dort landet er dann ziemlich schnell auf der Seite eines Anbieters, z.B. der Website Ihres Unternehmens.

Typischer Weise setzt er bei der Suche auf Suchmaschinen wie Google und Yahoo. Er nutzt spezialisierte B2B-Verzeichnisse, aber auch zunehmend berufliche Social Networks, wie Xing oder LinkedIn. Sogar bei persönlichen Empfehlungen, nach Kurzkontakten auf einer Messe oder im Direktvertrieb wird ein Interessent heute häufig zuerst Ihre Website besuchen. Selbst wenn er Sie schon persönlich kennt, Ihr Unternehmen aber noch nicht.

Zugegeben, das ist soweit keine neue Erkenntnis. Die meisten Websites von Beratungen, Softwarehäusern, Agenturen, etc. wurden schon vor Längerem entsprechend attraktiv und professionell gestaltet. (Falls nicht, ist es jetzt echt an der Zeit!)

Was ist die Erwartung eines Interessenten, wenn er Ihre Website besucht?

Er möchte primär wissen, ob Ihr Unternehmen in der Lage ist, sein aktuelles Problem zu lösen. Z.B. die Prozesskosten in seiner IT mit einer abgestimmten Branchenlösung zu senken. Ok, streng genommen, will er nur möglichst schnell herausfinden, ob es sich überhaupt lohnt sich weiter mit Ihnen zu beschäftigen.

Er wird also zunächst mal den Bereich “Leistungspektrum” bzw. “Lösungsportfolio” (oder wie auch immer es bei Ihnen heißt) kurz überfliegen und nach wichtigsten Schlagworten durchsuchen. Falls er hier nicht fündig wird, weil Ihre Lösungspalette das nicht hergibt oder Ihnen die Branchenspezialisierung fehlt, hat sich das eh erledigt.

Nehmen wir also an, er wird fündig. Das ist übrigens nach meiner Erfahrung ziemlich wahrscheinlich. Viele Agenturen, Softwarehersteller und sonstige Beratungsspezialisten bieten eine sehr breite, allgemein formulierte Platte an Lösungen auf Ihren Websites an. (Sie auch?)

Das ist dann auch genau das Problem: Hier findet der Interessent meist nichts, was Ihr Unternehmen von anderen unterscheidet. Sie sind SAP Hosting Partner? Bieten Business Process Outsourcing? Haben langjährige Praxis- und Branchenerfahrung? Das haben die anderen auch.

Differenzierung 2.0

Falls der Interessent Sie nicht schon an dieser Stelle begeistert anruft, führt ihn der nächste Klick vermutlich in den Bereich “Kundenreferenzen” oder “Projekte”.

Er will wissen, was Sie denn schon alles so gemacht haben in Ihrer “langjährige Praxis- und Branchenerfahrung” und für wen. Hintergrund ist das Bedürfnis, sich vorab zu versichern, dass Sie “sein” Problem schon einmal (am besten häufiger) für andere Kunden in der Branche gelöst haben. Er möchte wissen, ob Sie sein Problem verstehen können und über das notwendige Know-How verfügen.

Falls ja, ist das schon mal eine Differenzierung – oder zumindest ein Pluspunkt.

Behalten Sie im Hinterkopf, dass Interessenten (ja, auch Führungskräfte und CEOs) sich im heutigen Web 2.0 bewegen. Sie sind nicht mehr unbedingt darauf angewiesen, sich auf persönliche Empfehlungen und Berater zu verlassen. Auch müssen sie nicht mehr erst Ihren Vertrieb anrufen, um etwas über Ihr Unternehmen und Ihre Produkte zu erfahren. Falls doch, wird der Interessent sich vermutlich direkt online zum nächsten Wettbewerber klicken.

Daher sollten Sie dem Interessenten bereits online belegen, dass Sie über langjährige erfolgreiche Branchenerfahrung verfügen, dass Sie kosten-adäquat und wirtschaftlich arbeiten, dass Sie über eine hohe Kundenzufriedenheit verfügen, usw.
Kurz: Dass er bei Ihnen gut aufgehoben ist und Sie sein Problem und verstehen und auch zu lösen wissen.

Start-Ups

Als Start-Up wird das natürlich schwierig (da kann ich ein Lied von singen). Man muss halt kreativ sein.

Und: Je unbekannter der Name Ihres Unternehmens in der Branche ist, desto höher ist das Bedürfnis des Interessenten sich vorab zu versichern. Der direkte Kontakt, Gespräche, Empfehlungen, Präsentationen, Telefonate, in denen man dann den potenziellen Kunden persönlich überzeugen kann, kommen oft erst später.

Der Interessent im Web 2.0 erwartet Kundenreferenzen 2.0

Genau wie das Design Ihrer Website dem Web 2.0-Zeitalter und den Erwartungen Ihrer Interessenten entspricht (hoffentlich), kann ein Interessent das auch von Ihren Kundenreferenzen und Case Studies erwarten – online wie offline. Oder nicht?

In Teil 2 gibt es dann demnächst meine Praxis-Empfehlungen zu Lösungen der beiden Probleme und zur Case Study 2.0.

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